25.8.09

Umfrage: Rot-Rot bleibt stärker als Schwarz-Gelb

Die CDU in Thüringen ist von einer Verteidigung ihrer absoluten Mehrheit weiterhin weit entfernt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD verharren die Christdemokraten derzeit bei 34 Prozent. Ihr potenzieller Koalitionspartner FDP hat gegenüber der dimap-Umfrage von Anfang August um einen Prozentpunkt verloren und kommt auf acht Prozent. Zweitstärkste Kraft bleibt die LINKE mit unverändert 24 Prozent, die SPD hat wieder leicht verloren und kommt auf 19 Prozent.

Damit läge eine rot-rote Koalition mit zusammen 43 Prozent vor Schwarz-Gelb mit 42 Prozent. Eine deutliche Mehrheit hingegen hätte eine Koalition aus CDU und SPD.

Die GRÜNEN verharren bei sechs Prozent, wären also auch im Landtag vertreten. Die rechtsextreme NPD kommt laut Umfrage auf vier Prozent, die sonstigen Parteien und Wählervereinigungen liegen zusammen bei fünf Prozent.

ThüringenTREND August 2009 II | Sonntagsfrage; Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
ThüringenTREND August 2009 II | Sonntagsfrage

Mehrheit unzufrieden mit Arbeit der Landesregierung

Die dimap-Umfrage zeigt auch, dass sich die Stimmung im Land knapp eine Woche vor der Landtagswahl gegen die CDU-Landesregierung neigt. Bei der Frage "Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Landesregierung" gaben 55 Prozent der Befragten an, weniger bzw. gar nicht zufrieden zu sein. 43 Prozent erklärten, zufrieden bzw. sehr zufrieden zu sein. Den größten Grad an Zufriedenheit zeigten die CDU-Anhänger, von denen sich 83 Prozent positiv äußerten. Die größte Ablehnung erfährt die Landesregierung von den Anhängern der LINKEN: Hier erklärten 85 Prozent, weniger bzw. gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Regierung zu sein.

Wenig Rückhalt für Ramelow als Ministerpräsident

Die den Thüringern liebste Koalition wäre indes - unabhängig von Stimmenanteilen - eine von CDU und FDP. Dafür sprachen sich 28 Prozent der Befragten aus. 23 Prozent sähen lieber eine Koalition aus LINKE, SPD und GRÜNEN an der Macht. Ein Regierungsbündnis aus CDU und SPD fänden 22 Prozent der Befragten am besten, während nur 15 Prozent eine rot-rote Koalition befürworten.

Bodo Ramelow; Rechte: ddp
Als Regierungschef nicht mehrheitsfähig: LINKE-Spitzenkandidat Ramelow

Sollte es nach der Wahl zu einer rot-roten Koalition kommen, hätte LINKE-Spitzenkandidat Bodo Ramelow einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, wenn er Regierungschef werden will.

Auf die Frage, ob die LINKE als größerer Partner in einer solchen Koalition Ramelow als Ministerpräsidenten durchsetzen sollte, antworteten 31 Prozent der Befragten mit Ja. 42 Prozent hingegen meinten, die LINKE sollte auch als "Seniorpartner" SPD-Landeschef Christoph Matschie zum Regierungschef wählen.

Reaktionen

CDU-Spitzenkandidat Althaus kündigte gegenüber MDR 1 RADIO THÜRINGEN an, die Union wolle ihre Gestaltungsmehrheit verteidigen. "Darum werden wir kämpfen und das werden wir schaffen", sagte er.

Bodo Ramelow von der LINKEN sagte, seine Partei stehe für ein rot-rot-grünes oder ein rot-rotes Bündnis. Zur Frage des Ministerpräsidenten in einer solchen Koalition sagte er, der Stärkere in einem solchen Bündnis habe das Vorschlagsrecht dafür.

SPD-Landesgeschäftsführer Jochen Staschewsky sagte, CDU und LINKE hätten ihr Wählerpotenzial ausgeschöpft. Einzig die SPD habe noch das Potenzial, an Zustimmung zu gewinnen. Es gebe eine eindeutige Wechselstimmung im Land.

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus ; Rechte: dpa
Althaus im März dieses Jahres nach Beendigung seiner Reha am Bodensee

Mehrheit: Althaus missbraucht Skiunfall nicht für Wahlkampfzwecke

Unberechtigt findet eine Mehrheit der Befragten den Vorwurf der LINKEN gegenüber CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus, er würde seinen Skiunfall vom Januar dieses Jahres zu Wahlkampfzwecken ausnutzen. 67 Prozent der Befragten erklärten, dieser Vorwurf sei nicht berechtigt.

Diese Haltung bestimmt alle Lager: Sowohl die Anhänger der LINKEN selbst als auch jene von SPD, Grünen, FDP und CDU finden den Vorwurf mehrheitlich unberechtigt. (Quelle: www.mdr.de)

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