25.8.09

Skisporthalle in Oberhof eröffnet

In Oberhof ist am Montag die neue Skisporthalle eröffnet worden. Sie dient vor allem dem Training der Leistungssportler, doch auch Hobby-Langläufer können hier ab dem 1. September ihre Runden drehen.

Der Ski-Tunnel in Oberhof; Rechte: ddp
Der Skitunnel in Oberhof
Die Loipe für die Profis ist 1,9 Kilometer lang bei einer maximalen Steigung von zwölf Prozent. Für Hobbysportler gibt es in der 400 Meter langen und 150 Meter breiten Halle ebenfalls eine Spur, die von 150 Läufern zugleich genutzt werden kann. Langlauf-Ski und Laufanzug können in der Anlage auch ausgeliehen werden.

Eine aufwendige Technik mit Schneekanonen, Umluftkühler und Verdichter sorgt für Winter in der Halle, in der die Temperatur konstant bei minus vier Grad gehalten wird. Der Boden im Innenraum ist durchgängig mit 30 Zentimetern Kunstschnee belegt, der bei schlechten Witterungsbedingungen außerhalb auch im Biathlon-Stadion genutzt werden kann, zu dem es einen separaten Ausgang gibt.

Betreiber sind optimistisch

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen war der Bauherr des 14,4 Millionen Euro teuren Projekts, das vom Bund, dem Land und dem Kreis finanziert wurde. Betreiber ist die neu gegründete Oberhof-Sportstätten GmbH, an der die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft, der Landkreis und die Stadt Oberhof beteiligt sind.

Meiningens Landrat, Ralf Luther (CDU), bezeichnete das Projekt als immens wichtig für die ganze Region. Für Hobby-Langläufer kostet die Stunde im Schnee 14 Euro. Allerdings ist nach den Angaben der Kreisverwaltung damit kein Gewinn zu erwirtschaften. Ohne Zuschüsse komme die Skihalle daher nicht aus. Luther zufolge hat das Land bis zum Jahr 2014 eine jährliche Unterstützung bis in Höhe von 770.000 Euro zunächst zugesagt. Mit Blick auf die Betriebskosten ist Luther optimistisch. Danach wird die Halle monatlich Strom für 12.000 bis 14.000 Euro verbrauchen. Im Jahr dürften die Betriebskosten laut Luther so insgesamt bei rund 250.000 Euro liegen.

Sportler sind begeistert

"Das ist das Beste, was ich je gesehen habe", freute sich der zweimalige Skilanglauf-Weltmeister Axel Teichmann aus Bad Lobenstein die neue Anlage. Sie bringe große Vorteile für das Training durch weniger Reisestress und längere Regenerationszeiten.

"Das ist das Beste, was ich je gesehen habe."

Skilangläufer Axel Teichmann

"Die Halle haben sich die Sportler mit ihren Leistungen selbst erarbeitet", sagte Bundesinnen- und Sportminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei der Eröffnung. Die Anlage sei eine Investition, "um die großartige Erfolgsgeschichte des deutschen Wintersports fortzuschreiben". Zudem sei hier eine ungewöhnliche Investition in ungewöhnlich kurzer Zeit umgesetzt worden sei, womit Schäuble auf die kurze Bauzeit von 15 Monaten hinwies.

Axel Teichmann; Rechte: ddp
Axel Teichmann
"Das ist ein großer Tag für den deutschen Sport und eine neue Dimension für den Skisport", sagte der Präsident des Deutscher Olympischer Sportbunds, Thomas Bach. Die deutschen Topathleten könnten sich nun noch besser auf die Olympischen Spiele in Vancouver 2010 und die folgenden Wettkämpfe vorbereiten.

Lediglich die Grünen kritisierten die Halle: "Tausend Tonnen Kohlendioxid im Jahr sind zu viel", sagte Dirk Adams, Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahlen am kommenden Sonntag. Die schlechte Klimabilanz der Skisporthalle sei mit den prognostizierten Effekten für Leistungssport und lokalen Tourismus nicht zu rechtfertigen.

Die Oberhofer Anlage ist der fünfte Skitunnel in der Welt. Zwei weitere Anlagen gibt es bereits in Finnland, eine im schwedischen Torsby und eine im sibirischen Chanty Manijsk. Eine Besonderheit in Oberhof ist allerdings die relativ starke Steigung von bis zu zwölf Prozent. (Quelle: www.mdr.de)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen