17.8.09

In der Schlussphase wurde gezittert

Der Suhler SV erreichte beim Heimauftakt der Landesklasse West nur ein 2:2 gegen Bad Langensalza
Von Erwin Stöhr

Suhl - Wenn man die letzten 15 Minuten des ersten Suhler Landesklasse-Heimspiels der Saison 2009/2010 gegen den FSV Preußen Bad Langensalza Revue passieren lässt, so muss man konstatieren, dass der gastgebende SSV im Auestadion gegen den erstaunlich starken Neuling einen Punkt gewonnen und nicht zwei verloren hat. In der Schlussviertelstunde besaß der Gast nämlich drei hervorragende Möglichkeiten, um zum 3:2-Siegtreffer zu kommen. Nur einem glänzend aufgelegten Torwart Andreas Richter hatte es der SSV zu verdanken, dass die Begegnung letztlich nicht noch verloren ging.

Nach einer Zitterpartie sah es zunächst nicht aus, denn die Suhler begannen selbstbewusst. Schon in der 6. Minute hatten die Fans den Torschrei auf den Lippen, als der erstmals mitwirkende Rückkehrer Mike Heiner aus spitzen Winkel das Tor knapp verfehlte. Zuvor hatte sich der inzwischen 36 Jahre alte ehemalige Torschützenkönig der Landesliga sehenswert im Dribbling am bzw. im Strafraum durchgesetzt und auch noch den Torwart ausgespielt. "Den Ball hätte ich ganz einfach im Tor unterbringen müssen", lautete die selbstkritische Einschätzung von Heiner, der zuletzt 2004 für den Suhler Sportverein kickte und seine sportliche Laufbahn eigentlich schon beendet hatte, bevor er sich unmittelbar vor dem Saisonbeginn mit dem SSV über das Engagement in der laufenden Spielzeit verständigte und gegen Bad Langensalza eine ordentliche Vorstellung zeigte.

Die optischen Vorteile der Hausherren mündeten in der 22. Minute in die zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0-Führung. Norman Seyfarth, zusammen mit Michael Braun einer der Besten im Team von Trainer Axel Wittke, traf mit einem herrlichen Freistoß aus 22 Metern in das linke obere Toreck. Zuvor war Phil Drews unfair von den Beinen geholt worden.

Weitere Steigerung ist nötig

Die Freude über den Vorsprung währte jedoch nicht allzu lange. Bereits nach 31 Minuten war Junghans zur Stelle und glich nach einem klugen Zuspiel aus. Dieser Treffer war Ausdruck der Steigerung des FSV Preußen Bad Langensalza, der ab Mitte der ersten Hälfte einen Gang hochschaltete und prompt belohnt wurde.

Es spricht für den SSV, dass er sich von diesem Zwischenspurt der Gäste nicht allzu sehr beeindrucken ließ und unmittelbar vor der Pause zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt das 2:1 markierte. Torschütze war Michael Braun (43.), der aus acht Metern Entfernung unhaltbar verwandelte, nachdem er zuvor durch ein schönes Doppelpassspiel in eine gute Position gebracht wurde.

Leider lief beim Gastgeber in den zweiten 45 Minuten zu wenig zusammen, um nach dem zwischenzeitlichen 2:2 durch Jendreck (52.) noch einen Sieg zu erreichen. Die beste Möglichkeit bot sich Martin Paul, der mit einem Kopfball das Gehäuse nur knapp verfehlte (70.). Insgesamt fehlten die präzisen Pässe in die Tiefe. Des Weiteren operierte Suhl nur mit einer Spitze. Erschwerend kam hinzu, dass der SSV wie in der Vorwoche beim 1:3 in Sonneberg erneut zu viele Gegentore hinnehmen musste. "Wir spielen meines Erachtens hinten einfach zu häufig auf Abseits. Das birgt viel Risiko", kommentierte der diesmal verletzt fehlende Mittelfeldspieler Marc Wohlfahrt die Situation im Defensivbereich. "Oftmals schauen die Spieler erst zum Linienrichter, ob die Fahne oben ist oder nicht, und starten erst dann in Richtung Ball."

Gegenüber dem Auftaktspiel haben sich die Akteure um Kapitän Lars Müller, der diesmal nicht auf der Position des Liberos, sondern wie gewünscht im Mittelfeld eingesetzt wurde, klar gesteigert. Am Sonnabend im Auestadion gegen Schweina wird man aber noch eine weitere Schippe drauflegen müssen, um den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen. (Quelle: www.freies-wort.de)

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